So schreibt man einen Praktikumsbericht
An dieser Stelle geben wir einige grundlegende Hinweise zum Schreiben von Praktikumsberichten. Die Hinweise sind allgemein gehalten und bieten ein Grundgerüst für das Verfassen von Berichten. Viele davon sind analog zu den allgemeinen Kriterien für das Verfassen wissenschaftlicher Texte, wie z. B. Bachelor- und Masterarbeiten oder wissenschaftliche Publikationen.
Allgemeine Hinweise
Ein wissenschaftlicher Text hat generell zwei wichtige Funktionen:
- Präsentation der Resultate und Schlussfolgerungen. Dies ist die fundamentale Botschaft, die du den Lesern vermitteln möchtest. Es sollten alle wichtigen (neuen) Informationen und Ideen enthalten sein.
- Transparenz und Reproduzierbarkeit der Resultate. Wissenschaftliche Erkenntnisse haben nur dann einen Wert, wenn sie reproduzierbar sind. Schreibe einen Text so, dass es für andere möglich ist, deine Schritte nachzuvollziehen und deine Ergebnisse anhand deiner Daten zu reproduzieren. Das stärkt die Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft deiner Ergebnisse. Im Rahmen eines Praktikumsberichts ist dies für uns außerdem wichtig, um einschätzen zu können, wie gut du dich mit dem Thema des Berichts auseinandersetzt und die Details verstanden hast.
Auf diese beiden Punkte wird insbesondere bei der Bewertung des Praktikumsberichts entscheidender Wert gelegt.
Struktur und Inhalt eines Praktikumsberichts
Ein typischer Praktikumsbericht gliedert sich in folgende Abschnitte:
- Eine kurze Einleitung, die an das Thema heranführt (kann im Zeitalter von KI sehr kurz gefasst werden).
- Ein Abschnitt zum theoretischen Hintergrund, der alle wissenschaftlichen Grundlagen darlegt, die benötigt werden, um die Ergebnisse und Schlussfolgerungen zu verstehen und ihre Herleitung nachvollziehen zu können (kann im Zeitalter von KI sehr kurz gefasst werden).
- Eine allgemeine Beschreibung der Beobachtungsdaten, häufig zusammen mit der Datenreduktion, die beschreibt, wie aus den Rohdaten aufbereitete Daten erzeugt werden. Auch die Aufnahme der Rohdaten wird hier beschrieben.
- Es folgt eine Präsentation der Ergebnisse, zu denen die finalen Datenprodukte und direkte Messungen in den Daten zählen.
- Die Datenanalyse umfasst alle aus den Ergebnissen abgeleiteten Größen. Dazu zählen umfangreichere Berechnungen, die auf Modellen und Annahmen basieren, sowie Herleitungen größerer Zusammenhänge und Modellvergleiche.
- Die Diskussion stellt die Ergebnisse der Analyse und Messung in den wissenschaftlichen Kontext. Die Ergebnisse werden hinsichtlich ihrer Plausibilität und möglicher Messunsicherheiten betrachtet. Mögliche Fehlerquellen werden ebenso angesprochen wie ein Vergleich mit ähnlichen Experimenten aus der Literatur.
- Ein Quellennachweis listet alle Literaturquellen auf, die im Zuge der Arbeit am Bericht genutzt wurden. Darunter fallen auch Quellen für adaptierte Abbildungen sowie Literaturwerte für Annahmen und Vergleiche.
- Ein Anhang enthält schließlich alle zusätzlichen Informationen und Grafiken, die zu wichtig sind, um sie unerwähnt zu lassen, den Lesefluss im Haupttext jedoch zu stark unterbrechen würden.
Dies ist eine allgemeine Übersicht, die für die meisten Arten wissenschaftlicher Texte zutrifft. Je nach Inhalt oder Kontext des Berichts kann jedoch eine Abweichung von dieser Struktur sinnvoll oder sogar notwendig sein, um die Lesbarkeit zu verbessern.
Weitere Hinweise
- Wenn ihr überlegt, was ihr in eurem Bericht erwähnen solltet, orientiert euch an folgendem Prinzip: Was braucht jemand, der den Bericht liest, um die Ergebnisse und Schlussfolgerungen zu verstehen? Was ist notwendig, damit ein Leser in der Lage ist, eure Schritte zu reproduzieren und gegebenenfalls Abweichungen von den Erwartungen nachzuvollziehen?
- Schreibt in euren eigenen Worten. Die Praktikumsbetreuer haben bereits Dutzende von Berichten gelesen und erkennen daher unmittelbar, wenn ein Text beispielsweise ausschließlich von einer KI verfasst wurde. Wenn ein Bericht vollständig aus der Feder einer KI stammt oder von anderer Stelle kopiert wurde, ohne dies entsprechend kenntlich zu machen, gilt dies als Plagiatsversuch und führt zur sofortigen Disqualifikation.
- Ein Beispiel für einen guten, wenn auch nicht perfekten Praktikumsbericht für N2 kann hier gefunden werden. (Mit Dank an Tomer Shenar und Christoph Guber für die Bereitstellung des Berichts.)
Vorlage für einen Praktikumsbericht
Als Unterstützung haben wir eine LaTeX-Vorlage für einen Praktikumsbericht vorbereitet. Die Vorlage ist in LaTeX geschrieben und sollte sich mit einer typischen LaTeX-Installation problemlos kompilieren lassen. Ein gezipptes Archiv enthält alle notwendigen Quelldateien, einschließlich der Vorlage, die bearbeitet werden soll, sowie weiterer Dateien, die für die erfolgreiche Kompilierung erforderlich sind. Folgende Dateien sind im Archiv enthalten:
| Dateiname | Zweck | Von euch zu bearbeiten? |
|---|---|---|
| lab_report_empty.tex | Die leere Vorlage zum Befüllen | ja |
| bibliography.bib | Enthält BibTeX-Einträge für alle zitierten Quellen | ja |
| aa.bst | BibTeX-Stildatei, die das Aussehen der Referenzen bestimmt | nein |
| lab_report.tex | Quelldatei für den Guide (siehe unten) | nein |
| bibdefinitions.tex | Vordefinierte LaTeX-Befehle für astronomische Zeitschriften (für BibTeX) | nein |
Alle weiteren Dateien werden beim Kompilieren automatisch erzeugt.
Basierend auf dieser Vorlage haben wir einen kleinen Guide verfasst, der Hinweise zum Schreiben eines Praktikumsberichts gibt. Er ist etwas umfangreicher als die Ausführungen hier und enthält darüber hinaus allgemeine Anleitungen zum Textsatz, zum wissenschaftlichen Schreiben sowie eine Liste hilfreicher LaTeX-Befehle.