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Maxim DL

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel aktuell überarbeitet wird.

Maxim DL ist aktuell die zentrale Software zur Steuerung des Observatoriums, der Kameras und zur Durchführung von Beobachtungen.

Maxim DL kann am einfachsten durch einen Doppelklick auf das Icon Maxim DL 6 auf dem Desktop oder über die Taskleiste gestartet werden.

Im links (bzw. unten) dargestellten Hauptfenster von Maxim DL sind die wichtigsten Schaltflächen farblich hervorgehoben. Über den roten Button wird das Observatory Panel geöffnet, welches die Steuerungsfunktionen für Dome und Teleskop enthält. Der grüne Button öffnet das Camera Control Panel, über das die Kameras gesteuert werden. Beide Fenster werden im Folgenden detailliert beschrieben.

 Maxim DL Buttons

Über die blauen, pinken und braunen Buttons können Bildinformationen und Darstellungsoptionen aufgerufen werden. Über den braunen Button werden die FITS-Header-Informationen angezeigt. Der blaue Button erlaubt beispielsweise die Anzeige der Counts einzelner Pixel oder innerhalb einer definierten Apertur. Der pinke Button bietet grundlegende Skalierungsfunktionen für die Bilddarstellung.

Hauptfenster von Maxim DL

Das Observatory-Kontrollfenster verfügt über mehrere Tabs zur Steuerung der einzelnen Komponenten des Observatoriums. Objekte können durch Eingabe ihrer Koordinaten, durch Auswahl aus einem Katalog oder durch Markierung auf der All-Sky-Karte angefahren werden. Der Dome kann geöffnet, geschlossen und bei Bedarf manuell bewegt werden. Ebenso kann das Teleskop über dieses Fenster manuell gesteuert und nach Abschluss der Beobachtungen geparkt werden.

Setup-Tab

Im Setup-Tab wird die Verbindung zum Teleskop, zum Dome und zum Fokussierer hergestellt. Hierzu klickt man auf den jeweiligen Connect-Button neben dem entsprechenden Eintrag oder verwendet Connect All, um alle Komponenten gleichzeitig zu verbinden. Weitere Einträge wie Rotator sind für unser Setup nicht relevant.

Setup-Tab - Nichts verbunden
Setup-Tab - Teleskop, Dome und Fokusser verbunden

Nach Abschluss der Beobachtungen können die Geräte über die einzelnen Disconnect-Buttons oder über Disconnect All getrennt werden.

Auto-Shutdown-Menü

Bei der Planung einer automatischen oder semiautomatischen Beobachtungsnacht kann alternativ auch der automatische Shutdown-Mechanismus aktiviert werden. Hierzu muss im Setup-Tab unten auf den Button Auto Shutdown geklickt werden. In dem sich daraufhin öffnenden Fenster werden im Bereich Active Shutdown Triggers die verschiedenen Trigger gelistet, die einen Auto-Shutdown auslösen können (siehe unten). Im unteren Beispiel sind das

  1. Twilight, welches auf Astro gesetzt ist. Das bedeutet, dass der Trigger greift, sobald die astronomische Dämmerung beginnt.
  2. Sequence Ended wenn die laufende Sequenz vorbei ist.
  3. Target Near Horizon, welches auf Within 30° gesetzt ist. Der Trigger greift also, wenn die Höhe des Objekts über dem Horizont 30° unterschreitet.

Im Bereich Active Shutdown Commands ist aufgeführt, was passiert, sobald der Shutdown ausgelöst wurde. In unserem Beispiel wird der Dome geschlossen (Close Dome Shutter), das Teleskop geparkt (Park Scope) und die Kühlung der Kamera ausgeschaltet (Warm Up Camera Coolers).

All diese Optionen lassen sich über den Button Configure setzen bzw. anpassen. Nach Vornahme aller Einstellungen kann über den Button Arm der Auto-Shutdown aktiviert werden.

Dome-Tab

Über die Buttons Open und Close wird der Dome vollständig geöffnet bzw. geschlossen. Das Tor und die Klappe vom Dome fahren dabei jeweils in ihre Endpositionen.

Es ist darauf zu achten, dass die Option Slave Dome To Scope aktiviert ist, da der Dome dem Teleskop ansonsten nicht folgt. Diese Option wird automatisch deaktiviert, sobald der Dome geöffnet oder geschlossen oder das Teleskop geparkt wird, und muss gegebenenfalls erneut aktiviert werden.

Dome geschlossen
Dome geöffnet

Über die Funktionen im Bereich Position kann der Dome manuell bewegt werden. Dies ist insbesondere dann hilfreich, wenn Teleskop und Domespalt nicht korrekt ausgerichtet sind und eine Nachjustierung erforderlich ist. Im oben gezeigten Beispiel ist dies z.B. der Fall.

Teleskop-Tab

Im oberen linken Bereich des Teleskop-Tabs wird die aktuelle Position sowie der Status des Teleskops angezeigt. Die Rektaszension und Deklination werden sowohl für das aktuelle Datum als auch für die Standardepoche J2000 dargestellt. Zusätzlich werden Höhe über dem Horizont (Altitude) und Azimut ausgegeben. Im gezeigten Beispiel befindet sich das Teleskop im Nachführbetrieb (Tracking) und ist ansonsten inaktiv.

Teleskop-Tab: Teleskop geparkt
Teleskop-Tab: Teleskop tracking

Über die Buttons in der Nudge-Sektion kann das Teleskop manuell bewegt werden. Die Schrittweite wird über Dropdown-Menüs ausgewählt. Jede Bewegung kann über den Button Abort abgebrochen werden.

Im Bereich Target Coordinates können Rektaszension und Deklination eines Objekts eingegeben und dieses über Go To angefahren werden. Der Zoom To-Button wechselt zum Zoom-Tab, der eine Himmelskarte der entsprechenden Koordinaten anzeigt.

Über die Schaltfläche Park im Bereich Mount wird das Teleskop nach der Beobachtung in die Parkposition gefahren.

Katalog-Tab

Im Katalog-Tab können die integrierten Kataloge nach Objekten durchsucht werden. Zunächst wird unter Category eine Kategorie ausgewählt: Stars, Deep Space oder Solar System. Unter Object ID kann entweder direkt ein Objekt ausgewählt oder ein Katalog gewählt und dessen Nummer (oder ein Teil davon) eingegeben werden. Nach einem Klick auf Search erscheint eine Liste möglicher Treffer. Das gewünschte Objekt kann ausgewählt und mit Go To angefahren werden.

 Katalog-Tab

Zoom-Tab

Im Zoom-Tab wird der Himmelsausschnitt um das ausgewählte Objekt dargestellt. Über den Optionsbutton (Pfeil) rechts sowie über das Kontextmenü stehen verschiedene Einstellungen wie Zoomstufe oder Anzeigeoptionen zur Verfügung.

Ein Rechtsklick auf eine beliebige Position ermöglicht das Anfahren dieser Position über Slew to Mouse Position. Ein Rechtsklick auf ein Objekt erlaubt dessen direkte Auswahl (z. B. Slew to 119 Tau).

 Ohne Kontextmenü

 Mit Kontextmenü

All-Sky-Tab

Der All-Sky-Tab zeigt den aktuellen Himmel. Per Rechtsklick kann in einen beliebigen Bereich gezoomt werden; dabei wird automatisch zum Zoom-Tab gewechselt. Über den Optionsbutton (Pfeil) stehen zusätzliche Anzeigeeinstellungen zur Verfügung.

 All-Sky-Tab

Über das Camera Control-Fenster werden die Kameras gesteuert und Aufnahmen durchgeführt.

Setup-Tab

Dieser Tab dient dem Verbinden der Kameras mit Maxim DL. Die Vorgehensweise unterscheidet sich je nach Hersteller. Hier wird die Einrichtung für QHYCCD-Kameras beschrieben, da diese bei uns primär eingesetzt werden.

Für jedes Kameramodell muss der passende Treiber ausgewählt werden – sowohl für die Hauptkamera als auch für das Filterrad. Wird eine Guidingkamera verwendet, muss auch diese hier verbunden werden. Üblicherweise wird die Hauptkamera als Camera 1, die Guidingkamera als Camera 2 eingerichtet.

 Setup-Tab

Unabhängig vom Hersteller wird zunächst auf Setup Camera geklickt.

Verbinden von QHYCCD-Kameras:

Im sich öffnenden Fenster wird im Dropdown-Menü Camera Model ASCOM ausgewählt und anschließend auf Advanced… (Schritt 1) geklickt. In dem darauffolgenden Fenster wird QHYCCD-Cameras-Capture gewählt und über Properties… (Schritt 2) geöffnet. Dadurch öffnet sich das Einstellungsmenü des ASCOM-Treibers für die QHYCCD-Kameras. ASCOM stellt die standardisierte Schnittstelle dar, über die viele Hardwarekomponenten des Observatoriums gesteuert werden.

Verbinden der QHY600M - Schritt 1
Verbinden der QHY600M - Schritt 2
Verbinden der QHY600M - Schritt 3

Im letzten Schritt (3) können alle relevanten Einstellungen des ASCOM-Treibers vorgenommen werden. Dazu gehört insbesondere der Auslesemodus, auswählbar über das Dropdown-Menü ReadMode. Zur Verfügung stehen unter anderem PhotoGraphic DSO 16bit, High Gain Mode 16bit, Extend Fullwell Mode und Extend Fullwell 2CMS. Unter Gain/Offset Setting werden Gain und Offset eingestellt. Diese Einstellungen können als Preset gespeichert werden. Für unsere Aufnahmen sollte zusätzlich die Option Remove Overscan Area aktiviert werden. Anschließend werden alle drei Fenster über OK geschlossen.

Verbinden von QHYCCD-Filterrädern:

Zum Verbinden eines Filterrads wird zunächst auf Setup Filter geklickt.

 Setup: Filterrad

Verbinden des CFW-3-Filterrads - Schritt 1


Verbinden des CFW-3-Filterrads - Schritt 2



Im ersten Schritt wird im Dropdown-Menü Filter or Controlling Camera Model ASCOM ausgewählt und anschließend auf Advanced… geklickt. Im nächsten Fenster wird QHYCCD FilterWheel gewählt und über Properties… (Schritt 2) geöffnet. Im daraufhin erscheinenden Treiberfenster werden die Einstellungen vorgenommen. Diese müssen in der Regel nur einmalig konfiguriert werden. Ausgewählt werden die Number of Filter Slots (in unserem Fall 9), die Filternamen sowie eventuelle Fokus-Offsets (Schritt 3). Abschließend werden alle Fenster mit OK bestätigt.

Verbinden des CFW-3-Filterrads - Schritt 3

Finaler Schritt:

Nun wird auf Connect geklickt. Unter Coolers kann die Kühlung aktiviert und unter Cooler die Zieltemperatur eingestellt werden.

 Setup-Tab

Expose-Tab

Dieser Tab enthält die wichtigsten Einstellungen zur Bildaufnahme. Unter Exposure Preset können vordefinierte oder eigene Konfigurationen ausgewählt bzw. erstellt werden.

Die zentrale Einstellung ist die Belichtungszeit (Seconds). Rechts daneben zeigt die Statuszeile den aktuellen Zustand der Kamera an. Im gezeigten Beispiel ist die Kamera inaktiv (Idle).

Die Filter werden unter Filter Wheel ausgewählt. Das Binning wird über die Dropdown-Menüs X Binning und Y Binning eingestellt. Zusätzlich kann in manchen Fällen der Readout Mode gewählt werden.

Die grundlegenden Betriebsmodi sind:

  • Single – einzelne Aufnahme
  • Continuous – fortlaufende Aufnahmen, die nacheinander angezeigt werden (geeignet z.B. zum Fokussieren)
  • Autosave – automatisierte Aufnahmeserien

Im Modus Continuous werden mit der eingestellten Belichtungszeit fortlaufend Aufnahmen erzeugt und angezeigt. Weitere Details zu den unteren drei Paneelen sind in Anleitung zum Fokussieren beschrieben. Zusätzliche Optionen sind über den Options-Button (Pfeil) zugänglich.

 Expose-Tab

Guide-Tab

Der Guide-Tab enthält die wichtigsten Einstellungen für das Guiding des Teleskops. Details sind in der entsprechenden Guiding-Anleitung beschrieben.

 Guide-Tab

Über das Screen Stretch Panel wird die Darstellung der Bildskalierung angepasst. Diese Einstellungen betreffen ausschließlich die Anzeige und verändern nicht die zugrunde liegenden Bilddaten.

Im ersten Beispiel unten (M42) ist die Skalierung auf Low eingestellt. Wird die Skalierung auf Medium erhöht, werden deutlich mehr Details sichtbar. Weitere vordefinierte Skalierungen stehen über das Dropdown-Menü zur Verfügung.

Screen Stretch - Low-Skalierung
Screen Stretch - Medium-Skalierung
Screen Stretch - Histogramm-Zoom

Durch einen Klick auf das Plus-Symbol im oberen rechten Bereich wird in das oben links dargestellte Histogramm gezoomt. Dadurch kann die Skalierung über das rote und das grüne Dreieck feiner eingestellt werden. Das rote Dreieck definiert den Schwarzwert, das grüne Dreieck den Weißwert. Alternativ können die Werte über die Felder Minimum und Maximum angepasst werden.

Das Information Panel ist insbesondere hilfreich, um zu prüfen, ob ein Bild überbelichtet ist, und um gesättigte Sterne zu identifizieren.

Besonders relevant sind die Werte Pixel und Maximum. Im Standardmodus Aperture werden die Informationen aus der im Bild dargestellten türkisen Apertur ausgelesen. Diese kann beispielsweise auf einen hellen Stern verschoben werden.

Zur Beurteilung der Sternabbildung sind insbesondere das Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) und die Full Width at Half Maximum (FWHM) von Bedeutung. Werte wie die Magnitude sind bei unseren überwiegend unkalibrierten Aufnahmen in der Regel nicht aussagekräftig.

 Information Panel

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  • Zuletzt geändert: 2026/02/12 08:54
  • von rhainich